
Wie kann Architektur dazu beitragen, die Angst abzubauen, die viele Menschen mit medizinischen Einrichtungen verbinden?
Ausgehend von dieser Frage – und in enger Zusammenarbeit mit den Zahnärzten – entstand ein zahnmedizinisches Zentrum, das den Patienten Sicherheit und Ruhe vermittelt und zugleich dem Team konzentriertes, komfortables Arbeiten ermöglicht.
Im bestehenden Ladenlokal wurde die doppelte Raumhöhe im Eingangsbereich erhalten. So betont der Empfang die Bedeutung der Praxis und schafft bereits beim Eintreten Großzügigkeit. Der Eingang wirkt als Übergangszone und entlastet den Patienten psychologisch vor der Behandlung.
Der Grundriss folgt einer klaren Abfolge vom öffentlichen zum privaten Bereich. Vom Straßenraum ins Innere werden die Zonen schrittweise von offen und zugänglich hin zu geschützter und kontrollierter. Empfang und Wartebereich liegen unter einer 6‑Meter‑Raumhöhe, erzeugen eine Hotel‑Lobby‑Atmosphäre und lösen sich bewusst vom stereotypen Bild einer Zahnarztpraxis.
Die zwei Hauptbehandlungsräume wurden großzügig dimensioniert, um unterschiedliche Arbeitsszenarien zu unterstützen. Der Raum erlaubt ergonomische Abläufe für Zahnärzte und Assistenz, berücksichtigt Spezialpersonal bei Bedarf und ermöglicht auf Wunsch die Begleitung des Patienten. Das Panoramaröntgengerät wurde in einer zurückgezogenen Zone platziert, ohne dass alle Patienten daran vorbeiführen müssen.
Funktionsbereiche ohne Patientenzugang – wie Labor, Sterilisation und Serverraum – wurden im hinteren Teil organisiert. Das sorgt für eine klare Trennung und einen reibungslosen Alltag.
Auf der Galerieebene befinden sich Pausenbereiche für das Personal, ein Besprechungsbüro und eine kleine Teeküche. Die bestehende Treppe blieb erhalten; der Raum darunter wurde als Stauraum genutzt – mehr Funktion ohne unnötige Kosten.
Der Entwurf erfüllt vollständig die geltenden Vorschriften zu Barrierefreiheit und Brandschutz. Zusätzlich wurden einzelne Wände mit Bleieinlagen verstärkt, um das Personal vor häufiger Strahlenbelastung zu schützen.
Während der Planung wurden mittels BIM (Building Information Modelling) alle medizinischen Geräte in das 3D‑Modell integriert. So konnten Ergonomie, Präzision und ein zuverlässiger Betrieb bereits in der Entwurfsphase abgesichert werden.
Wir sind überzeugt: Die Qualität der Räume für das Team ist mindestens ebenso – wenn nicht sogar wichtiger – als die für Besucher. Ein ausgewogenes, angenehmes Arbeitsumfeld spiegelt sich unmittelbar in der Qualität der Betreuung wider.
Für die Planung der Einbauten, die Auswahl von Materialien, Beleuchtung und Möblierung sowie die gesamte gestalterische Aufwertung arbeiteten die Zahnärzte mit der Interior Architect Andrea Charalambous (Kivo Design House) zusammen – ein wesentlicher Beitrag zu einem zeitgemäßen, ruhigen und einladenden Umfeld.